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Gesundheit:

Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet", Gesundheit ist ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens, aber nicht sein vorrangiges Lebensziel (WHO). Ein Mensch ist dann gesund, wenn er sich körperlich, seelisch und sozial im Gleichgewicht befindet. Ein Mensch ist gesund, wenn er sich in Liebe und Arbeits befriedigend betätigen kann. Gesundheit ist mehr, als die Abwesenheit von Krankheit.

 

Menschenleben:

ein Menschenleben dauert 30.000 Tage, das entspricht 80 Jahren. Wir haben nur 30.000 Tage um zu leben!

10.000 Tage können wir von vornherein abziehen, weil wir sie mit Schlafen verbringen, also 1/3 unseres Lebens verschlafen wir und es verbleiben 20.000 Tage.  Davon können wir weitere 9.000 Tage abziehen, so lange dauert ein durchschnittliches Arbeitsleben.  Es bleiben 11.000 Tage. Im Durchschnitt verbringen wir 2.555 Tage im Badezimmer und auf der Toilette, das entspricht 7 Jahren! Es bleiben 8445 Tage. Und wie viel Zeit verbringen Sie davon mit Leben, Lieben, Arbeiten?

 

Das Gute im Schlechten.

Durch jede Krise und Lebensveränderung können wir persönlich reifen. Alles Schlechte hat immer etwas Gutes. Finden Sie es heraus und konzentrieren Sie sich darauf. Dann werden Sie stärker.

 

Bindung:

wichtigste emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen. Lässt sich daran erkennen, ob man gerne an einem Menschen riecht. Einen Menschen gut riechen können ist Ausdruck einer starken Bindung.

 

Angst:

die Summe aller Ängste bleibt gleich! Was sich ändert, ist lediglich die Angstrichtung, wovor wir Angst haben. Das Gegenteil von Angst ist Lust. Angst ist das wichtigste menschliche Frühwarnsystem.

 

Angst-Aggressions-Komplex:

Angst ist untrennbar gekoppelt an Aggression. Menschen, die also im Inneren sehr ängstlich sind, sind nach außen hin oft aggressiv. Sie werden körperlich aggressiv oder sie können auch über die Sprache aggressiv werden. Ironie, Zynismus und Sarkasmus sind gebrochene Formen von Aggression, das bedeutet also, Menschen, die ironisch, zynisch oder sarkastisch sind, sind unterschwellig oft aggressive Menschen und es ist umgekehrt, Menschen, die nach außen hin sehr ängstlich sind, sehr unsicher sind, sind im Inneren oft gehemmt aggressive Menschen, die oft eine Beißhemmung haben oder einen Wutstau in sich tragen.

 

Beziehung:

Eine der größten Ängste in Deutschland ist die Angst davor, arbeitslos zu werden. Eine der geringsten Ängste ist die Angst, den Partner oder die Partnerin zu verlieren. Es ist in Deutschland wesentlich leichter, einen neuen Freund oder eine neue Freundin zu finden, als einen neuen Arbeitsplatz.

 

Arbeit:

Arbeit macht Arbeit, darum heißt sie ja so. Arbeitest du heute nicht fleißig, dann suchst du morgen fleißig nach Arbeit. Körperlich arbeiten macht heute kaum noch ein Mensch. Mehr denn je, ist heute mentale Stärke gefragt, um erfolgreich zu arbeiten. Übrigens: wussten Sie eigentlich, dass das Hamsterrad von innen aussieht wie eine Karriereleiter? Arbeiten macht müde!

 

Aal-Technik:

beliebte Technik in der Arbeitswelt. Abkürzung für:

Andere arbeiten lassen.

 

Schöner scheitern:

nur durch Niederlagen können wir erfolgreich werden, wenn wir bereit sind, aus unseren Fehlern zu lernen. Erst wenn man stolpert, achtet man auf den Weg, den man geht. Als Menschen sind wir Problemlöser: dadurch entwickeln wir uns weiter. Nur die Probleme, die wir nicht lösen können, machen uns psychisch krank.

 

Geduld:

Geduld bringt Rosen – Ungeduld bringt Neurosen. Manchmal müssen wir einfach etwas aushalten und die Nerven bewahren. „Geduld ist nicht passiv. Im Gegenteil, sie ist konzentrierte Stärke“. Bruce Lee (1940-1973), amerikanischer Schauspieler und Kampfkunstexperte. Haben Sie Geduld mit sich. Man kann einen Fluss nicht anschieben. Er fließt von ganz alleine. Heilung dauert. Vertrauen Sie auf ihre innere Kraft.

 

Menschenführung:

ein ostfriesisches Sprichwort sagt: „man muss die Menschen da abholen wo sie stehen und dann dahin rudern, wo sie nicht mehr stehen können“. Für viele Vorgesetzte ist Menschenführung die Kunst, ihre Mitarbeiter so über den Tisch zu ziehen, dass die dabei entstehende Reibungshitze als Nestwärme interpretiert wird. Die besten „Menschenführer“ übrigens sind Blindenführhunde. Sie werden zu intelligentem Ungehorsam erzogen.

 

Menschenbild:

Der Mensch als ein Leib-Seele-Geist Organismus.

 

Identität:

heißt: ich sehe, wie andere mich sehen. Die menschliche Identität ruht auf fünf Säulen:

1.      Leiblichkeit (Körper)

2.      soziales Umfeld

3.      Arbeit und Leistung

4.      materiellen Sicherheiten

5.      Normen-, Sicherheits- und Wertvorstellungen (Selbst- und Weltbild)

 

Egoismus der Gene:

menschliches Verhalten wird durch vier genetische Grundregeln beeinflusst mit dem Ziel das eigene körperliche, seelische und soziale Überleben zu sichern:

  • Regel 1: Sei nett zu allem Nahestehenden
  • Regel 2: Sei gemein zu allem Fernstehenden
  • Regel 3: Wie du mir, so ich dir!
  • Regel 4:  Betrüge, wo du nur kannst.

 

Cinderella-Syndrom:

Leben im gemütlichen Elend, Frauen warten auf ein von außen kommendes Ereignis, das ihr Leben von Grund auf verändert, anstatt es selbst in die Hand zu nehmen.

 

Peter-Pan-Syndrom:

Weigerung vieler Männer, erwachsen zu werden und die Angst davor, mit einer Frau in Würde zu altern.

 

Trauma:

Trauma ist das griechische Wort für Wunde, einer Wunde wie z. B. einer Schnittverletzung. Trauma kann sehr schön verglichen werden mit einer Art Ozonschicht, die alle Menschen umgibt. Jeder Mensch hat um sich herum eine Art Ozonschicht, die aus einer Schutzillusion besteht. Jeder Mensch weiß, es passieren schlimme Dinge, Menschen werden krank, Menschen werden unheilbar krank, Menschen werden in Unfälle oder in Überfälle verwickelt, aber jeder Mensch denkt immer nur, das passiert nur anderen, mir passiert das schon nicht. In dem Augenblick, wo ich aber selbst betroffenen bin, wo meine Familie betroffen ist, wo meine Freunde, meine Arbeitskollegen betroffenen sind, dann kann diese Ozonschicht, so schwer verletzt, so sehr eingeschnitten und erschüttert werden, dass die Folge ein Trauma ist. Der schlimmste Teil eines traumatischen Geschehens ist für die allermeisten Betroffenen der Verlust von Kontrolle, nicht mehr Frau oder Herr über die Situation gewesen zu sein. Dies spiegelt sich im Empfinden des Verlusts von  Handlungsfähigkeit und Sicherheit.

Durch ein traumatisches Ereignis wird das grundlegende Sicherheitsgefühl eines Menschen massiv erschüttert. Ein Trauma erschüttert und verletzt die fünf Säulen

der Identität eines Menschen:

1.      seine Leiblichkeit

2.      sein soziales Umfeld

3.      seine Arbeit und Leistung

4.      seine materiellen Sicherheiten

5.      seine Normen-, Sicherheits- und Wertvorstellungen (Selbst- und Weltbild)

ein Trauma ist

-        keine Krankheit und keine lebenslängliche Strafe

-        eine Störung des Lebensgleichgewichts

-        eine radikale Verletzung der  persönlichen Unversehrtheit

-        die Zerbrechlichkeit der Gegenwart

 

Fliehe, kämpfe oder erstarre!

Genetische Schutzreaktion bei emotionalem Stress, Angst und Bedrohung.

 

Normalität der Symptome:

Symptome sind die normale Reaktion auf ein `verrücktes´ Ereignis. Symptome werden als unangenehm erlebt, tragen aber schon die Lösung in sich, d.h. durch die Symptome wird der Weg der Lösung sichtbar.

 

Kernsymptome:

Emotionaler Stress führt häufig zu Schlafstörungen und Schmerzsymptomen; bei anhaltenden und extremen emotionalen Belastungen können drei Kernsymptome auftreten:

  • Erinnerungsattacken, belastende Erinnerungsbilder die auf allen Sinnesebenen auftreten können, sind willentlich nicht kontrollierbar, werden auch Flashback, Hotspot oder Intrusion genannt oder ganz einfach Kopf-Kino
  • Vermeidungsverhalten bis hin zu emotionaler Vollnarkose
  • Übererregung in Form von Schlafstörungen und körperlichen Spannungszuständen und motorischer Unruhe

 

Schlafstörung:

Im klinischen Sinne spricht man von einer Schlafstörung, wenn ein Mensch über einen Zeitraum von deutlich länger als drei Monate weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, in der Summe, oder am Stück. Schlafstörungen sollten behandelt werden, denn wer nicht schläft wird dick und dumm.

 

Alkohol:

wichtigstes Medikament der Selbstbehandlung. „Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör“! Wilhelm Busch. Alkohol holt aus einem Menschen das heraus, was vorher schon drin gewesen ist. Wenn der Alkohol im Körper ist, dann ist der Verstand in der Flasche. Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel: Es löst Familien, Ehen, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Bankkonten,

Leber und Gehirn auf. Alkohol löst keine Probleme…Wasser aber leider auch nicht! 

 

Psycho-Infarkt:

Was der Herzinfarkt für die Herz-Kreislauferkrankungen bedeutet, ist der Psycho-Infarkt für die psychischen Erkrankungen. Psycho-Infarkt bezeichnet das vorzeitige oder vorübergehende Ausscheiden aus dem Berufsleben durch psychische Erkrankungen. Bei einem Infarkt handelt es sich medizinisch betrachtet um einen Gewebsuntergang  infolge einer Sauerstoffunterversorgung durch unzureichenden Blutzufluss. Der Psycho-Infarkt ist nichts anderes: ein emotionaler Untergang infolge einer Erholungsunterversorgung durch unzureichenden Lebensenergiezufluss. Psycho-Infarkt infolge eines emotionalen Vakuums, Gefühlsleere. Vakuum, bedeutet einfach ausgedrückt, dass der Druck innen geringer ist als der Druck in der umgebenden Atmosphäre. Steigt also der Druck in der Arbeitswelt und im privaten Bereich schneller, entsteht auf Dauer im Menschen ein Psycho-Vakuum: emotionale Leere die sich wie eine emotionale Vollnarkose anfühlt.

 

Psycho-Monster:

körperliche, mentale und emotionale Belastungen die in einen Risikozustand der Überforderung und Erschöpfung führen:

  • ständiger Zeitdruck
  • übervoller Terminkalender
  • Angst den Job zu verlieren
  • zu wenig Freizeit
  • unlösbare Probleme
  • fehlende Wertschätzung
  • Erholungsunfähigkeit
  • mehr Arbeit und schlechtere Ergebnisse
  • das Gefühl, nicht als Person wahrgenommen zu werden

 

Humor:

Hilft heilen. Lachen ist die beste Medizin. Wer lacht, lebt länger – und vor allem gesünder. Humor sollte daher sehr ernst genommen werden! Ablästern und Schimpfen sind wie ein seelischer Kurzurlaub und Stuhlgang für die Seele. Sprache schafft Distanz und über die Sprache können wir manche Dinge von uns fernhalten und verhindern dadurch, dass sie uns berühren oder dass sie uns unter die Haut gehen und damit krank machen.

 

Pausen:

definitiv das beste Heilmittel gegen, Burnout, Depression und Erschöpfung. Pausen und Selbstheilung sind erlernbar.

 

Teufelskreis der Schonung:

wer rastet, der rostet. Der Teufelskreis der Schonung ist zugleich auch immer ein Teufelskreis der narzisstischen Kränkung und ein Teufelskreis der Idealisierung:

  • Belastungen führen zu Schonung durch Inaktivität
  • Schonung durch Inaktivität führt zu Verlust an Leistungsvermögen
  • Verlust an Leistungsvermögen führt zu Leistungsminderungen und Antriebsverlust
  • Leistungsminderungen und Antriebsverlust führen zu Überforderung und Ängsten
  • Überforderung und Ängste führen zu Belastungen

 

Gefühle:

alles was bei Menschen explodiert: Trauer, Wut, Freude, Ärger, Orgasmus und Staunen. Gefühle sind immer echt und richtig. es gibt keine falschen Gefühle.

 

Who is Who und wer macht was im Beratungsdschungel?

Der Weg zum richtigen Berater oder Psychotherapeuten ist ganz individuell. Wenn Sie sich entschließen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, erkundigen Sie sich bitte vorher sorgfältig. Viele Titel im Namen und langjährige Berufserfahrung sind nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal für gute Therapeuten oder Berater. Entscheidend ist, dass Sie und auch der Experte den Sie aufsuchen, ein Gefühl der inneren Sympathie füreinander empfinden. Sonst sind Hilfe und Veränderung nicht möglich. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie oder Beratung ist ein vertrauensvolles Arbeitsbündnis. Die Beziehung und „atmosphärische Chemie“ müssen stimmen, sonst funktioniert Beratung nicht. Machen Sie sich ein eigenes Bild in den Erstgesprächen und verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Sie auch nur geringe Zweifel haben, schauen Sie sich nach einem weiteren Fachmann um. Darüber hinaus finden Sie im Anhang des Buches eine Reihe von Kontaktadressen, die Ihnen mit seriösen Empfehlungen weiter helfen können. Um sich ein wenig im Verwirrgarten der Beraterszene orientieren zu können, haben wir nachfolgend einmal die wichtigsten Fachbezeichnungen erläutert.

Grundsätzlich darf Psychotherapie von zwei unterschiedlichen Berufsgruppen ausgeübt werden, von Psychotherapeuten und Heilpraktikern. Zwischen den beiden Berufsgruppen bestehen jedoch gravierende Unterschiede in der Ausbildung und im Zulassungsverfahren.

 

Die Psychotherapeuten:

Seine Berufsbezeichnung ist gesetzlich durch das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) geschützt. Als Psychotherapeuten dürfen sich ausschließlich ärztliche, psychologische und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bezeichnen. Ein Psychotherapeut hat also immer ein Hochschulstudium (Medizin, Psychologie, (Sozial-) Pädagogik) und zusätzlich eine mehrjährige Ausbildung in einem anerkannten psychotherapeutischen Richtlinienverfahren (kognitive Veraltenstherapie, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie oder Psychoanalyse) absolviert. Er erhält am Ende seiner Ausbildung die Approbation als Psychotherapeut und kann, soweit eine Kassenzulassung gegeben ist. auch die von ihm durchgeführten Therapien mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. 

Der Psychotherapeut ist spezialisiert auf Störungen, die seelische Ursachen haben. Diese Störungen beruhen zumeist auf unbewußten Konflikten und Erlebnissen. Wichtig erscheint, dass mögliche organische Ursachen oder Symptome vor der psychotherapeutischen Behandlung abgeklärt werden.

 

Der psychologische und der ärztliche Psychotherapeut:

Der Psychotherapeut ist Diplom-Psychologe mit zusätzlicher Ausbildung oder Arzt und Psychiater. Zu ihm kommen Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen. Psychische Störungen sind Ängste, Depressionen, Zwänge, Verhaltensauffälligkeiten, Kontaktstörungen, Sexualstörungen, Hemmungen usw. Psychosomatische  Störungen, also körperlich-seelische Störungen, äußern sich in Schlafstörungen, Spannungszuständen, Magenbeschwerden, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Asthma, Kopfschmerzen, rheumatische Beschwerden,  gynäkologische Beschwerden, Allergien,  Verdauungsstörungen usw. Die Methoden der Psychotherapie bestehen zumeist darin, unbewusste Konflikte aufzudecken, wiederzubeleben und durchzuarbeiten oder mit Hilfe des Gesprächs Konfliktlösungen herbeizuführen.

 

Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:

Der Kinder- und Jugendlichentherapeut gehört neben dem ärztlichen und dem psychologischen Psychotherapeuten zu den einzigen drei Berufsgruppen, welche die Bezeichnung Psychotherapeut führen dürfen. Er hat eine Spezialausbildung in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Sein psychotherapeutisches Konzept ist verhaltens-, tiefen- oder psychoanalytisch orientiert. Im Vordergrund stehen spieltherapeutische Behandlungsformen, zu denen gelegentlich Deutungen des Verhaltens der Kinder hinzukommen. Weiterhin werden gesprächstherapeutische Verfahren verwendet. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Facharzt, sowie mit den Eltern oder Bezugspersonen und Lehrern wünschenswert.

 

Die Heilpraktiker:

Wer, ohne Arzt zu sein, die Heilkunde ausüben will, bedarf der Erlaubnis nach dem Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz). Gem. § 1 Abs. 2 HeilprG handelt es sich bei Heilkunde in diesem Sinne um jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen. Die Erlaubnis zur Heilkunde wird von den Gesundheitsämtern erteilt. Dort muss (meist im Rahmen eines Multiple-Choice-Tests und einer mündlichen Prüfung) nachgewiesen werden, dass entsprechende Fachkenntnisse vorhanden sind und kein Schaden für die Volksgesundheit von einer heilkundlichen Tätigkeit des Antragstellers ausgeht. Die Gesundheitsämter erteilen zwei unterschiedliche Erlaubnisse: Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde (Heilpraktiker) und die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie (Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie oder Heilpraktiker für Psychotherapie).

Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz berechtigt beide gleichermaßen dazu Psychotherapie auszuüben. Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut dürfen sie dabei nicht führen, diese ist ausschließlich den ärztlichen, psychologischen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten vorbehalten, die ein einschlägiges Hochschulstudium und eine mehrjährige Ausbildung in einem gesetzlich anerkannten Therapieverfahren besitzen.

Im Gegensatz zu den Psychotherapeuten bestehen für Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie keine Ausbildungsrichtlinien. Für sie gilt einerseits die freie Wahl des therapeutischen Verfahrens, andererseits kann aber auch Psychotherapie gänzlich ohne eine Ausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren ausgeübt werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht für eine psychotherapeutische Behandlung durch Heilpraktiker.

 

Die Ärzte:

Auch Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen beschäftigen sich mit der Prävention und Rehabilitation seelischer Störungen oder Krankheiten.

 

Neurologe:

Eine andere Bezeichnung für Neurologe ist Nervenarzt. Er beschäftigt sich mit den Störungen, Verletzungen, Ausfällen und Erkrankungen des Nervensystems und einzelner Nerven. Als Krankheitsbilder finden sich hier: Lähmungen, Multiple Sklerose,  Parkinson, Sensibilitätsausfälle, Hirntumoren, Verletzungen des Zentralnervensystems und der peripheren Nerven und Erkrankungen wie Ischias und Neuralgien. Die Therapie erfolgt zumeist durch Medikamente, Bestrahlungen, elektrotherapeutische Anwendungen und physiotherapeutische Maßnahmen.

 

Psychiater:

Der Psychiater ist ebenso wie der Neurologe Arzt. Er hat sich auf die Behandlung von schweren seelischen Störungen spezialisiert und beschäftigt sich vor allem mit den so genannten Schizophrenien, `endogenen´ Depressionen, Psychopathien und dem psychischen Erscheinungsbild von neurologischen Störungen. Dies ist auch der Grund dafür, dass in der Bundesrepublik der Psychiater in der Regel auch als Neurologe ausgebildet ist. Im Patientenkreis des Psychiaters finden sich Patienten mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Depressionen und Ängsten. Die psychiatrische Behandlung ist weitgehend medikamentös. Ein Psychiater kann, wenn er über eine psychotherapeutische Aus- oder Weiterbildung verfügt, Psychotherapien durchführen.

 

Arzt für Psychotherapeutische Medizin:

Ein Facharzt für Psychotherapeutische Medizin hat sich fachlich umfassend weitergebildet und den entsprechenden Facharzttitel erworben. Nach der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer umfasst die Psychotherapeutische Medizin (Nr. 37) die „Erkennung, psychotherapeutische Behandlung, die Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale Faktoren, deren subjektive Verarbeitung und/oder körperlich-seelische Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind“. Dabei handelt es sich z. B. um psychische Erkrankungen wie Depressionen und um Störungen, die in Zusammenhang mit körperlichen oder Suchterkrankungen aufgetreten sind.

 

Die Psychologen:

Psychologen haben ein Hochschulstudium (Diplom-, Bachelor- oder Masterstudiengang) der Psychologie absolviert. Der Psychologe hat die Wissenschaft des Erlebens und Verhaltens des Menschen unter besonderer Berücksichtigung der `normalen´ psychischen Entwicklung studiert. Zudem kennt er die wesentlichen Störungen im seelischen Bereich und ist Test-Spezialist auf unterschiedlichsten Gebieten. Seine Testuntersuchungen geben weitgehend objektiven Aufschluss über die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen, bestimmte Fähigkeiten, Leistungen und Störungen. Die Tätigkeit des Psychologen reicht von der Arbeits-, Betriebs- und Unternehmenspsychologie über die Verkehrs- und Rechtspsychologie bis hin zur klinischen Psychologie.

Ein Psychologe muss, um psychotherapeutisch tätig zu werden, entweder eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz oder eine Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz besitzen.

 

Die Therapieformen:

Psychotherapie stützt sich auf unterschiedliche Therapieformen. Diese unterscheiden sich vom Ansatz, also von der Herangehensweise her voneinander. Die hier ausgewählten Therapieansätze stellen eine Auswahl der wohl gängigsten therapeutischen Verfahren dar und sind weit davon entfernt eine abschließende Darstellung zu sein.

 

Verhaltenstherapie:

Anerkanntes Therapieverfahren im Sinne des Psychotherapeutengesetzes.

Für den Verhaltenstherapeuten steht das Symptom im Vordergrund, das als eigentliche Störung gilt. Ein Patient, der unter Ängsten leidet, wird systematisch auf diese Ängste hin behandelt. Die Frage nach der Entstehung dieser Ängste ist demgegenüber sekundär. Der Verhaltenstherapeut geht davon aus, dass die von ihm behandelten Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, Ängste, Stottern, Bettnässen, Tics usw. nach bestimmten Regelhaftigkeiten gelernt und entsprechend durch Anwendung der Lerntheorien therapiert werden können.

 

Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie:

Anerkannte Therapieverfahren im Sinne des Psychotherapeutengesetzes.

Innerhalb der Psychoanalyse gibt es eine Anzahl von verschiedenen Methoden: Die Psychoanalyse nach S. Freud; die Tiefenpsychologie nach C.G. Jung; die Individualpsychologie nach A. Adler; die Logotherapie nach V. Frankl usw. Der Analytiker in der Psychoanalyse ist ein Psychotherapeut, der sich auf die Psychoanalyse nach S. Freud spezialisiert hat. In einer besonderen Ausbildung werden Kontroll- und Lehranalysen durchgeführt. Dadurch wird der Psychoanalytiker in den Stand versetzt, auch die Prozesse, die zwischen ihm und dem Patienten ablaufen, zu kontrollieren. Er stellt das Unbewußte in den Mittelpunkt und betont die Bedeutung frühkindlicher Erlebnisse und der Sexualität. Seine Methode beruht auf freier Assoziation und Deutungen der meist spontanen Äußerungen des Patienten. Die Dauer der psychoanalytischen Therapie beträgt mehrere Jahre bei einer Frequenz von mehreren Terminen in der Woche.

Die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie ist u. a. auch aus Kostengründen aus der Psychoanalyse entwickelt worden. Die therapeutischen Sitzungen erfolgen in aller Regel wöchentlich und unterscheiden sich in der verschiedenen Interventionsmethoden des Psychotherapeuten.

 

Hypnosetherapie und Hypnose:

Hypnose ist ein Entspannungsverfahren, das sehr viel damit zu tun hat, sich zu konzentrieren, in Bildern zu denken und die Aufmerksamkeit stark auf und in den eigenen Körper zu lenken. Hypnotherapie unterstützt und fördert sehr erfolgreich die natürlichen Kräfte sowie persönliche Stärken und Ressourcen eines Menschen.

Mittels Hypnose wird ein veränderter Bewusstseinszustand (die sog. hypnotische Trance) erzielt, der von z. T. tief greifenden physiologischen und psychischen Veränderungen begleitet ist. Das therapeutische Potenzial dieses Zustandes wird u. a. durch die Möglichkeit verdeutlicht, akute Schmerzen zu unterbinden, so dass ein operativer Eingriff oder Zahnextraktionen ohne Anästhetikum möglich sind.

Hypnotherapie ist eine wirksame Therapieform, die sich bei der Behandlung verschiedenster Störungsbilder bewährt hat, was durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wird. Seit 2006 ist Hypnotherapie in Deutschland offiziell als eine wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode anerkannt.

Die moderne Hypnotherapie gilt als ein ressourcenorientiertes psychotherapeutisches Verfahren. Dabei wird das im Patienten vorhandene Reservoir an positiven Erfahrungsmöglichkeiten, latenten Bewältigungsstrategien und eigenen Stärken mit hypnotischen Techniken aktiviert und zur Bewältigung körperlicher/psychischer Probleme genutzt. Die therapeutische Nutzung positiver Lebenserfahrungen des Patienten wird auch mit Bezug auf den bekannten amerikanischen Hypnotherapeuten Milton Erickson als „Utilisation (Nutzung) von Ressourcen“ bezeichnet. Hypnose kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Verfahren (wie Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologischen Verfahren) eingesetzt werden (vgl. Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie, www.dgh-hypnose.de).

 

Gestalttherapie:

Die Gestalttherapie geht auf ihren Gründer Frederick S. Perls zurück und stützt sich auf Wahrnehmungsphänomene. Die Therapierichtung baut auf der Annahme auf, dass die Tendenz besteht, nicht vollständig erkennbare Figuren oder Gestalten zu komplettieren, im physischen wie im psychischen Sinn. Ist eine solche Vervollständigung nicht möglich, so führt dies zu einer Störung. Die Gestalttherapie betrachtet das Vorliegen von Aggression als wichtigen Bestandteil des menschlichen Lebens und postuliert eine Ausgewogenheit zwischen Selbst- und Fremdbestimmung auf dem Weg zur Selbstverwirklichung.

Die Therapie nach Perls setzt beim gegenwärtigen Zustand des Klienten an, wobei auch in der Kindheit liegende Problemstellungen nicht übergangen werden. Das Schwergewicht der Problemlösung liegt jedoch in der aktuellen Situation. Dazu wird eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren eingesetzt, von Traum- über Körperarbeit bis zu Rollenspielen, Kreativität und Eigenverantwortlichkeit für den Therapieerfolg.

 

Gesprächstherapie:

Die klientenzentrierte Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers, kurz Gesprächstherapie, legt besonderen Wert auf die therapeutische Beziehung zwischen Klient und Therapeuten, ein nicht-direktives Verhalten und aktives Zuhören im Therapieprozess. Durch dieses soll eine Einsicht beim Klienten erreicht werden, die auf dem emotionalen Spiegeln seiner Schilderungen beruhen. Der Klient wird als selbstkompetent betrachtet.

 

Psychotraumatherapie:

Im Bereich der ambulanten und stationären Therapie von posttraumatischen Belastungsstörungen sind Traumatherapeuten weitergebildete Fachtherapeuten,  Mediziner oder Heilpraktiker. Sie beherrschen die Grundlagen der Psychotraumatologie: z.B. Erscheinungsbilder, Erklärungsansätze, Therapieforschung, Besonderheiten der posttraumatischen Belastungsstörung, Diagnostik und Differenzialdiagnostik, frühe Risikoeinschätzung, Stabilisierung, Psychoedukation und psychologische Akutinterventionen.

 

Die Berater:

Beratung geht bis zum Erreichen der psychotherapeutischen Grenze. Beratung findet sich beispielsweise im Bereich der Erziehungs-, Sucht- oder Ehe-, Familien- und Erziehungsberatung. Die Berater in diesem Bereich sind vorwiegend Sozialpädagogen, Erzieher und Theologen, aber auch jede andere Berufsgruppe oder Menschen mit direktem oder mittelbarem Erfahrungshintergrund auf dem jeweiligen Beratungsgebiet. Psychologische Beratung findet außerhalb des Ausübens der Heilkunde statt. Coaching, Supervision und Mediation sind spezielle Beratungsformen.

 

Coaching und Supervision:

Coaching in Unternehmen ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. primär beruflicher Anliegen.

Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt ein Coaching die Verbesserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen. Durch die Optimierung der menschlichen Potenziale soll die wertschöpfende und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens / der Organisation gefördert werden. Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach ermöglicht das Erkennen von Problemursachen und dient daher zur Identifikation und Lösung der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt so im Idealfall, seine Probleme eigenständig zu lösen, sein Verhalten / seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen. Ein grundsätzliches Merkmal des professionellen Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung und die selbstgesteuerte Erweiterung bzw. Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten bzgl. Wahrnehmung, Erleben und Verhalten (Deutscher Bundesverband Coaching www.dbvc.de).

 

Mediation:

Mediation ist eine Dienstleistung von Mediatoren/-innen aus verschiedenen Berufs- und Tätigkeitsfeldern. Sie befähigt Konfliktparteien zu einem gemeinsamen Umgang mit Konflikten, führt zu Klärung von Beziehungen und entwickelt die Konfliktkompetenz der Medianden. Mediation ist gekennzeichnet durch Ergebnisoffenheit, Vertraulichkeit und Freiwilligkeit. Mediatorinnen und Mediatoren handeln allparteilich, sind frei von Kontextverantwortung und verfügen über ein professionelles Konfliktverständnis (Bundesverband Mediation, www.bmev.de).

 

Die Couch:

„Liegesofa“: Der Name des Möbelstücks wurde im 20. Jh. aus engl. couch entlehnt. Dies geht auf frz. couche „Lager“ zurück, eine Ableitung von „coucher“  „hinlegen, lagern“, aus lat. col-locare (vgl. DUDEN S. 112).

 

Psychohygiene:

Anderes Wort für Selbstfürsorge. Psychohygiene (mental health) wird auch als „die andere Medizin“ bezeichnet. Psychohygiene bezeichnet die Gesamtheit aller einem Menschen verfügbaren Maßnahmen, die durch ihr Zusammenwirken dazu beitragen, die eigene seelische Gesundheit zu erhalten und zu schützen. Psychohygiene ist Gesundheitsschutz!

 

Sport und Psyche:

Sport ist gut für die Gesundheit. Machen Sie Sport, egal welchen.

Sport und Bewegung entspannen und beugen Stress vor. Alle Ausdauersportarten wie Jogging, Walking, Wandern, Tanzen, Schwimmen und Radfahren helfen, dauerhaft Übererregungsphänomene zu lindern. Wichtig ist das Trainingsprinzip „mäßig, aber regelmäßig“.

 

Life-Work-Balance:

Ein zufriedenes Leben beruht auf dem ausgewogenen Verhältnis der folgenden vier Bereiche zueinander:

  • Arbeit und Leistung: z.B. Karriere, Beruf, Einkommen
  • Körper: Gesundheit, Ernährung, Erholung, Sport, „Zeit für mich“
  • Sozialkontakte: Freunde, Familie, soziale Netzwerke, soziale  Anerkennung, z.B. durch Ehrenamt o.a.
  • Sinn: Selbstverwirklichung, Spiritualität, Lernen

 

Leidenschaft:

Khalil Gibran in „Der Prophet“

 

Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit

Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit

und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt

Almosen von denen, die mit Freude arbeiten.

Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt

ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben

Hunger des Menschen stillt.

 

Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert,

träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein.

Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen

nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub

für die Stimmen des Tages und die Stimmen der

Nacht.   

 

Stressberufe:

Das statistische Bundesamt (https://www.destatis.de) unterscheidet Erwerbstätige nach dem Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten. Als in Stressberufen tätig wird bezeichnet, wer Schreibtischtätigkeiten nachgeht, stehende Tätigkeiten mit Personen- und Kundenkontakt ausübt, wer in gesundheits- und Pflegeberufen tätig ist oder sonstigen manuellen Tätigkeiten nachgeht. Insbesondere jeder, der im Schichtdienst beschäftigt ist, arbeitet in einem Stressberuf. Auch alle Gesundheitsberufe, Heilberufe, Heilhilfsberufe und Pflegeberufe, sowie die Gerontologie gehören hierzu.

 

Präsentismus:

Die arbeitenden Kranken. Gesunde Mitarbeiter kosten Geld. Kranke ein vermögen! Wer krank ist, sollte sich normalerweise auskurieren. Doch immer öfter gehen Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit. Ein Trend, mit bedenklichen Folgen für alle Beteiligten, denn wer krank zur Arbeit geht, verursacht oft hohe Kosten. Je nach Erkrankung kann Präsentismus bis zu 80% der Gesundheitskosten ausmachen, im Durchschnitt sind es gut 60%. Größtes Problem des Präsentismus ist, dass die Gefahr von Langzeitfolgen drastisch zunimmt (Booz & Company GmbH 2013, www.booz.com). Der allgemeine Gesundheitszustand wird zusehends geschwächt und die Leistungsfähigkeit nimmt kontinuierlich ab.

 

Burnout:

Burnout als Diagnose gibt es bislang noch nicht, es ist kein eigenständiges Krankheitsbild. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Bundes-Psychotherapeutenkammer BPtK (vgl. Mitteilungen der BPtK: BPtK-Studie „Arbeitsunfähigkeit und psychische Erkrankungen 2012, in Psychotherapeutenjournal, 3/2012, medhochzwei Verlag Heidelberg, S. 242). Burnout ist keine Krankheit sondern ein Risikozustand. Die Diagnose lautet Depression.

 

Depression:

Definition nach ICD-10: Bei den typischen leichten, mittelgradigen oder
schweren Episoden leidet der betroffene Patient
unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb
und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die
Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach
jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist
gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der
leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene
Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag
zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so
genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie
Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen,
Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit,
Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von
Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als
leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.

Betroffene, die unter Burn-Out oder Depression leiden, geben überwiegend folgende körperliche Beschwerden an

(vgl. www.apotheken-umschau.de vom 05.03.2013):

-        Kopfschmerzen

-        Rückenschmerzen

-        Atembeschwerden

-        Herzbeschwerden

-        Magen-Darm-Beschwerden

-        Unterleibsbeschwerden.

 

Seelisches Immunsystem:

Wird auch als Resilienz oder innere Widerstandskraft bezeichnet. Kurz: Erschöpfungs-Widerstandsfähigkeit Das Geheimnis eines starken seelischen Immunsystems besteht in der Fähigkeit, Stress in mentale Stärke zu verwandeln! Dabei lautet das Motto: Biegen statt Brechen! Immun gegen Stress zu werden bedeut „unempfindlich zu werden“, lat. immunis, rein und frei von Leistungen sein (DUDEN S. 301). Seelisch immun heißt mental vital zu sein.

 

Selbsthypnose:

Selbsthypnose macht das Leben leichter. Hypnose ist wie U-Bahn fahren: wenn sich an der Oberfläche der gesamte Verkehr staut, bewegt man sich unten ohne unnötige Aufenthalte zügig vorwärts und kommt schnell und entspannt ans Ziel.

 

Langeweile:

Die Göttin der Kraft und Innovation. Lao-Tse sagt: Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen. Diese Langeweile ist einfach fantastisch! Und Johann Wolfgang von Goethe sagt: Langeweile ist ein böses Kraut, aber auch eine Würze, die viel verdaut. Langeweile ist also eine Würze, die viel verdaut! Oder um es mit den Worten eines ehemaligen Bundeskanzlers zu sagen: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ (Helmut Kohl in einer Pressekonferenz im August 1984) Am Ende der Langeweile kommt hinten ein verlängertes Zeitgefühl sowie Kreativität und Innovation und jede Menge Kraft heraus! Langeweile hat eine selbstreinigende Wirkung. Sie ist heilsam! 

 

Präventionsstrategie „Nummer 7“:

  • 7 Sekunden: ermöglichen Sie Mitarbeitern schnelle Entscheidungen zu treffen wenn es darauf ankommt. So wie ein Zeitzünder aus der Anfangssequenz des Films „7 Sekunden“, auf 00:07 eingestellt ist. Stärken Sie emotionale Intelligenz, Intuition und Bauchgefühl, um Herzentscheidungen zu treffen
  • 7 Minuten: sorgen Sie für 7-Minuten-Fitnessprogramme im Büroalltag um Konzentration und Entspannung zu fördern. Machen Sie die 7-Minuten-Programme zur täglichen Routine, finden Sie darin neue Kraft und kreative Ideen. 7 Minuten reichen auch für einen Tee oder leckeren Kaffe
  • 7 Stunden: die Schlafforschung zeigt: wer nicht schläft, wird dick und dumm und wer sich nicht langweilt, wird krank und stumm. Wir sollten darauf achten, regelmäßig über längere Zeiträume  sieben Stunden pro Nacht zu schlafen
  • 7 Tage: ermöglichen Sie Mitarbeitern in jedem Jahr sieben Tage für die Zukunftsplanung des Unternehmens und die eigene Fortbildung zu nutzen und achten Sie darauf, dass Mitarbeiter am 7. Tage ruhen, d.h. im Klartext: Sonntags wird nicht für die Firma gearbeitet
  • 7 Wochen: ermöglichen Sie Mitarbeitern, sieben Wochen im Jahr anders zu leben und etwas anderes zu machen, zum Beispiel Urlaub
  • 7 Monate: loben Sie Mitarbeiter alle sieben Monate, dass motiviert sie garantiert, für die nächsten sieben Monate
  • 7 Jahre: halten Sie den 7-Jahre-Rhythmus ein und ermöglichen Sie Mitarbeitern alle sieben Jahre grundlegende und tief greifende Veränderungsprozesse zu erleben. Der 7-Jahre-Rhythmus entspricht den körperlichen und seelischen Entwicklungsstufen des Menschen, alle sieben Jahre eine Veränderung zu durchleben, z.B. 0-7 Jahre (Zahnwechsel), 7-14 Jahre (Kindheit), 14-21 Jahre (Erwachsensein) usw. und sich dabei weiter zu entwickeln, persönlich zu reifen, sich zu verändern, Erkenntnisse zu gewinnen und/oder  Altlasten und Ballst abzuwerfen oder zu verarbeiten. 

 

Philosophie:

Trau lieber Deiner Kraft, als deinem Glück. Publius Syrus

 

Therapeuten:

Bezahlte Freunde